Asien Türkei

Warten in Istanbul

Warten auf das Iran-Visum in Istanbul

Es gibt weit schlechtere Orte zum Warten als Istanbul. Warten können wir gut. Nun schon seit fast drei Wochen, 12 Tage davon in Istanbul. Wir wissen also wovon wir sprechen. Noch in Griechenland, eine Woche vor unserer Einreise in die Türkei, haben wir den E-Visum-Antrag für den Iran gestellt. Die Bearbeitungsdauer wird mit 5 bis 10 Arbeitstagen kommuniziert. Den Status kann man online prüfen. Nur, dass sich dieser in unserem Fall nicht ändern möchte und hartnäckig auf „Waiting for verification“ stehen bleibt. Diese Erfahrung deckt sich mit einigen Forumsberichten. Allerdings gibt es dort eben auch die anderen, die innerhalb weniger Tage einen positiven Bescheid erhalten. Wir sind selbstverständlich davon ausgegangen zu den „Anderen“ zu gehören.

Nach fünf Arbeitstagen sprechen wir erstmals auf der Botschaft vor und werden fortgeschickt. Wir sollen in einer Woche wiederkommen. Machen wir. Dieses Mal lautet die Antwort, die Anträge wären „innoffiziell abgelehnt“. Keine Erklärung warum. Ziemlich absurd, insbesondere angesichts der Tatsache, dass wir 2014 schon einmal das Land bereist haben. Uns wird empfohlen zu warten, bis die Anträge offiziell abgelehnt sind, was nach 30 Tagen automatisch geschieht und dann einen erneuten Antrag zu stellen.

Oben erwähnten wir ja bereits, dass es schlechtere Orte zum Warten gibt als Istanbul. Aber 30 Tage… nein, so toll finden wir es doch nicht hier. Immerhin gelingt es uns nach zehn- bis fünfzehnminütiger Diskussion, während der die Schlange hinter uns unaufhörlich wächst, den Bearbeiter in der Botschaft dazu zu bewegen, den Antrag auch offiziell abzulehnen, so dass nun der Weg frei ist für eine erneute Antragstellung. Normalerweise geschehen Änderungen im System wohl ausschließlich in Teheran, so dass wir wenigstens eine gewonnene Schlacht auf unserer Seite verbuchen können. Schwacher Trost. Immerhin, solange wir noch im inoffiziellen Schwebestatus hingen, wäre eine neuer Antrag nicht möglich gewesen. Wir gehen also in Runde zwei. Dieses Mal den teureren Weg über eine Agentur, die eine sehr hohe Erfolgsquote hat. Und warten nun also wieder… to be continued.

Update: Lest hier, wie die Geschichte mit unserem Iranvisum weitergegangen ist.

In der Zwischenzeit treiben wir durch Istanbul. Wir waren vor rund sechs Jahren schon einmal hier und kennen daher die meisten der touristischen Highlights. Und so konzentrieren wir uns ganz auf die Straßen, die Atmosphäre, die Gegensätze, Eindrücke, Gerüche, auf den Lärm und das Leben. Die Stadt ist voll davon, wie wenige Orte, die wir kennen. Traditionelle Märkte und Moscheen, moderne, hippe Bars, Kneipen und Cafés, Katzen über Katzen in den Straßen, die fast alle von den Einwohnern versorgt werden. Das Ganze lässt sich kaum in Bildern einfangen noch beschreiben. Seht selbst:

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