Wild campen: Fahrzeug auf Kiesbank am Rand eines Flusses in der Devoll-Schlucht, Albanien

FAQ Teil 1: Wo schlaft ihr eigentlich immer?

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Diese Frage stellt sich uns auch regelmäßig. Immer dann, wenn wir einen Platz verlassen, gilt es für die Nacht einen neuen zu finden. Wie stellt man das an, wenn man meistens unbezahlt frei stehen, also wild campen möchte? Warum möchten wir das, wo man doch unproblematisch und luxuriöser auf Campingplätzen stehen kann?

Warum wir wild campen

Die letzte Frage zuerst: Zum einen ist es natürlich eine Budgetfrage. Für eine längere Zeit zu reisen bedeutet für uns eine strikte Limitierung des Budgets. Täglich 20 bis 30 Euro für einen Campingplatz sind darin nicht vorgesehen. Es ist ausreichend, in etwa alle fünf Tage die Infrastruktur einer Campinganlage zu nutzen. Und zum anderen ist es natürlich auch wesentlich schöner, wenn es gelingt, einen dieser Traumplätze inmitten der Wildnis zu entdecken, wo abends die Füchse durchs Fenster gucken (nein, das haben wir nicht erlebt, wir wurden morgens von marodierenden Schafen und Ziegen umzingelt, Katzen belagerten uns in der Hoffnung auf einen kuschelig-warmen und trockenen Schlafplatz, Hunde haben uns die ganze Nacht bewacht und beschützt aber Füchse hatten wir noch keine).

Update: es gibt sie doch, diese Traumplätze! Seht unseren Beitrag über Kappadokien an!

Wie wir einen Übernachtungsplatz finden

Wie gut es gelingt, solch wunderbare Schlafplätze zu finden, bringt uns zur Eingangsfrage: Wo schlaft ihr denn nun eigentlich immer? Die Antwort: Das ist ganz unterschiedlich. Wirklich selten findet man einen magischen Platz, der alle Kriterien erfüllt. Natürlich muss man sich sicher fühlen, sichtgeschützt stehen oder von der lokalen Bevölkerung offen akzeptiert werden (indem man fragt, ob es in Ordnung ist, dort die Nacht zu verbringen). Es sollte kein Straßen-, Flugzeug- oder sonstiger Lärm zu hören sein (eine Illusion). Hundegangs in der Nähe bedeuten meist eine gestörte Nachtruhe. Man glaubt gar nicht mit welcher Ausdauer und Lautstärke Hunde die ganze Nacht bellen, jaulen und heulen, bis sie heißer sind. Leider erholen sich ihre Stimmbänder grundsätzlich bis zur nächsten Dämmerung wieder.

Hilfsmittel Smartphone Apps

Die Platzsuche wird mittlerweile ganz enorm durch Smartphone Apps wie iOverlander oder Park4Night erleichtert. Dort teilen Reisende ihre gefundenen Plätze. Durch Bilder und Kommentare erhält man bereits vorher einen gewissen Eindruck. Nicht immer trifft der die Realität, die man selbst vorfindet. Oft genug sind wir direkt weitergefahren, nachdem wir einen Platz mit eigenen Augen gesehen hatten. Aber es hilft dennoch sehr, die Fahrt mit einem definierten Ziel anzutreten. Bevor es diese Möglichkeiten gab, half nur Karten studieren und eventuell, falls verfügbar, auch mal einen Blick auf ein Satellitenbild zu werfen, um einzuschätzen, wie die Landschaft aussieht und wie belebt sie ist. Dies sind natürlich zusätzlich zur Smartphone App noch immer hilfreiche Maßnahmen.

Auch die Ankunftszeit will bedacht sein. Ist man zu früh an einem nicht idealen Platz, erregt man womöglich ungewünschte Aufmerksamkeit. Zu dunkel sollte es allerdings auch nicht sein, man möchte schließlich den Platz und die Umgebung einschätzen und genügend Zeit haben, im Zweifel weiterzufahren.

Stealth Camping

Häufig weiß man bereits bei der Abfahrt, dass der Schlafplatz nur ein Kompromiss ist, weil entlang der Fahrtstrecke einfach kein Traumplatz liegt. Ein Kompromiss bedeutet zum Beispiel ein Platz vor einem Restaurant an einer befahrenen und belebten Straße, in dem man noch zu Abend isst. In unserem Fall heißt das, unser Aufstelldach bleibt geschlossen und wir müssen etwas unbequemer in der unteren Etage schlafen, um nicht zu sofort ersichtlich zu machen, dass hier jemand in einem Fahrzeug übernachtet. Ramon ist nun leider schon auffällig genug. In der Vanlife Szene hat sich der Begriff „Stealth Camping“ etabliert, also in etwa „Tarnkappen-Camping“ und viele versuchen Fahrzeuge als Camper auszubauen, denen man es von außen in keinster Weise ansieht. Dafür ist es bei uns sicherlich zu spät und wir sind entsprechend etwas eingeschränkter in der Platzwahl. Nichtsdestotrotz haben wir bisher fantastische Plätze gefunden, was auch an unserem langen Aufenthalt in Albanien liegt, wo Wild-Camper fast überall willkommen geheißen werden. Wir sind schon sehr auf die Erfahrungen in den kommenden Ländern unserer Seidenstraßen-Tour gespannt.

Begegnungen

Dank der Apps treffen sich an den guten Plätzen auch Gleichgesinnte. Diese Begegnungen können den Aufenthalt natürlich sehr bereichern. Den schönsten Platz unseres Albanienaufenthalts haben wir einem großartigen Paar aus Island zu verdanken, den Vanlife Vikings. Es waren zwei herrliche Tage mit den beiden, die wir sehr genossen haben. Zu guter Letzt noch wie immer ein visueller Eindruck einiger unserer Schlafplätze:

Ford Ranger mit Ortec MiniCamp Kabine
Spendenbasiertes Camping auf einer Wiese in Kroatien
Ford Ranger mit Ortec MiniCamp Kabine vor Bergkulisse
Blick von oben aufCampingplatz Camping Tirana in Kashar, Albanien.
Ford Ranger auf dem Parkplatz des Restaurants Mrizi e Zanave in Fishta, Albanien.
Eingezäunte Gänseschar.
Ford Ranger vor der Bergkulisse von Theth, Albanien.
Ford Ranger vor Bergkulisse in Theth, Albanien.
Zwei weiße Ford Ranger mit Ortec Minicamp Kabine am Ohridsee, Albanien.
Ford Ranger mit Ortec Minicamp Kabine.
Ford Ranger mit Ortec Minicamp Kabine.
Luftbild eines Ford Ranger mit Ortec Minicamp Kabine vor Wäldern.
Allrad Pickup auf dem Gipfel des Mount Tomorr, Albanien, mit Blick ins Tal.
Blick auf den Osum Fluss in Albanien.
Ford Ranger mit Ortec Minicamp Kabine.
Ford Ranger auf Parkplatz der archäologischen Stätte Phoinike.
Luftbild eines weißen Fahrzeugs zwischen Bäumen.
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3 Kommentare

  1. Angelika Ruile

    Ja, das muss gut überlegt sein wo man übernachtet. Der Platz muss sicher sein, ruhig, erholsam, schön und günstig. Eure Plätze sehen aber meist gut aus. Ich wünsche euch noch viele angenehme, sichere und auch einzigartige Übernachtungsmöglichkeiten, wie auf dem Mount Momorr. Dieser Platz ist mein Platz 1.

  2. Ingrid und Herbert

    Hallo, Ihr Lieben! Die „stade Zeit“ neigt sich dem Ende zu, und ich kann endlich alle die schönen Fotos Eurer Schlafplätze bewundern. Ich glaube, hoch droben in der Berglandschaft war’s am eindrucksvollsten. Jetzt müsst Ihr aber erst mal eine Weile nicht mehr suchen. Trotzdem freuen wir uns auf alle Eure weiteren Erlebnisse.
    Ganz liebe Grüße
    Mam und Herbert

  3. Auf dem Tomorr war es sicherlich am eindrucksvollsten, da habt ihr Recht. Aber auf über 2400 Meter Höhe ist schon ein wenig zugig, es lädt nicht gerade zum längeren, gemütlichen Verweilen ein. Glaubt mir, Euch hätte der Gjipi Beach, das letzte Bild im Slider, recht schnell von seinen Vorzügen überzeugt. 😉

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