Asien Usbekistan

Photo, pleaseeeee? Selfies in Usbekistan

Usbekische Schülerinnen in Samarkand

Ein weiterer Freiheitsgewinn folgt auf Turkmenistan, wo wir ja schon den Alkohol und die Kopftuchfreiheit gebührend gefeiert hatten. In Usbekistan erhalten wir nun auch noch unbegrenzten Internetzugriff. Facebook, Instagram und Co. sind wieder ohne jegliche Hilfmittel erreichbar. Und nicht nur online wird das Land freier. Usbekistan, welches sich unter dem Diktator Islam Karimow 25 Jahre lang abgeschottet und isoliert hatte, ließ am 1. Februar 2019 die Visumspflicht für 45 Länder fallen. Ein Aufenthalt für 30 Tage ist somit ohne weitere Hürden möglich.

Reformen in Rekordzeit

Im August 2016 starb der Präsident und Schawkat Mirsijojew, selbst jahrelang Minister unter Karimow, übernahm das Amt. Seither befindet sich das Land auf Reformkurs und in Aufbruchstimmung. Korruption wird bekämpft, der gefürchtete Geheimdienstchef wurde entlassen, Polizisten müssen auf den Koran schwören, keine Bestechungsgelder anzunehmen und das Land sucht wieder den Kontakt zu anderen Staaten, um die Wirtschaft in Schwung zu bringen. Auch in Usbekistan ist der Wille zur Veränderung deutlich zu spüren. Überall wird gebaut, dringend benötigte Straßenreparaturen werden durchgeführt (hier ist allerdings noch eine Menge zu tun), man bereit sich auf Touristenströme vor, die sich mit Sicherheit in den nächsten Jahren vervielfachen werden.

Seidenstraße pur

Auch wenn schon jetzt die großen Touristenzentren Khiva, Bukhara und Samarkand in fester Hand der Tourgruppen sind. In alten Zeiten mit die wichtigsten Handelszentren der Seidenstraße, gleichen die Städte heute einem einzigen großen Open-Air Museum – böse Stimmen sprechen von Disneyland. Die historischen Bauten Usbekistans sind im Gegensatz zu denen anderer angrenzender Länder vollständig aufgebaut und renoviert worden. Alle Fassaden sind auf Hochglanz poliert. Die Meinungen darüber gehen auseinander, da teilweise mit großer gestalterischer Freiheit gearbeitet wurde. Was immer man davon hält, insbesondere der Registan Platz in Samarkand ist einer der beeindruckendsten Plätze, die wir bisher gesehen haben. Und die Lightshow, die dort einmal die Woche gezeigt wird, ist auf höchstem internationalen Niveau! Die Bildstrecke beginnt zunächst mit Khiva (drei Bilder), gefolgt von Bukhara (sieben Bilder) und zeigt dann Samarkand. Was Usbekistan für uns allerdings wirklich ausmacht sind – mal wieder – die Menschen. Lest nach der Bildstrecke weiter.

Begegnungen

Die Usbeken sind uns gegenüber sehr offen, unvorstellbar freundlich und dabei meistens etwas zurückhaltender als die manchmal sehr vereinnahmenden Iraner. Da wir eher Menschen sind, die gelegentlich unsere Privatsphäre und Zeit für uns selbst schätzen, liegt uns Usbekistan in dieser Hinsicht sehr und wir genießen die Zeit im Land.

Über mangelnden Kontakt können wir uns dennoch nicht beklagen. Gerade Samarkand ist gefüllt mit Schulklassen auf Exkursionen, die sich einen Sport daraus machen, möglichst viele Selfies mit Touristen zu schießen. Da unser größter Luxus Zeit ist, stört es in keinster Weise, während der Besichtigung der Sehenswürdigkeiten alle paar Sekunden mit „Photo, pleaseeeee???“ angesprochen zu werden. Im Gegenteil, wir nutzen die Gelegenheit, fotografieren kräftig zurück und haben viel Spaß mit den Kids, die oft völlig nervös und aufgeregt ihr Englisch auspacken und alles zum Besten geben, was sie schon gelernt haben. Wir treffen auch viele Studenten, die gut Englisch sprechen und die Gelegenheit nutzen, um mit uns ihre Sprachfähigkeiten zu trainieren. Der Eindruck, ein Land im Aufbruch in die Zukunft zu erleben verstärkt sich noch weiter. Für Fotointeressierte kommt ganz unten noch eine weitere Bildstrecke.

Was anderes

Zu guter Letzt noch ein paar weitere Eindrücke aus Usbekistan, die wohl eher dem Genre der Street Photography zuzuordnen sind und daher nicht ganz in die Gallerien oben passen. Wir möchten sie dennoch nicht vorenthalten.

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