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On the road again – oder besser: on the water, finally!

Frachtschiffreise von Italien nach Israel

Mit dem Frachtschiff von Italien nach Israel

Eine Frachtschiffreise, also eine Verschiffung des eigenen Fahrzeugs mit uns selbst an Bord, ist etwas Besonderes. Die wichtigsten zwei Dinge, die man benötigt, sind Zeit und Geduld. Insbesondere, wenn man wie wir keine Ahnung von der ganzen Prozedur hat. Es funktioniert nicht so, dass man einfach sein Ticket kauft und dann an Bord geht. Aber von vorne.

Detailaufnahme eines Stahlankers

Wir haben uns für eine Verschiffung und Frachtschiffreise mit der Reederei Grimaldi von Italien nach Israel entschieden, weil wir auf diese Weise Ramon, unser Reisefahrzeug, selbst an Bord fahren dürfen, ohne den Schlüssel abgeben zu müssen, gemeinsam am Ziel ankommen und nach der Einreise direkt losfahren können. Keine Flüge, keine Hotels, alles ist fast so, als wäre man direkt von zu Hause losgefahren. Ab Griechenland gibt es ein ähnliches Angebot der Reederei Salamis, aber wir haben von anderen Reisenden gehört, die keine Kabine bekommen konnten und doch fliegen mussten.

RoRo Verschiffung

Eine Frachtschiffreise zusammen mit dem eigenen Fahrzeug ist ein wunderbar langsamer Start ins Abenteuer und für uns eine vollkommen neue Erfahrung. Zudem wird das Risiko minimiert, dass Dinge aus dem Fahrzeug gestohlen werden, welches bei einer sogenannten RoRo Verschiffung (Roll on Roll off) immer besteht. RoRo Schiffe kann man sich wie riesige mehrstöckige, schwimmende Parkhäuser vorstellen, in die auch LKW, Bagger und ähnlich schweres Gerät hineinpassen. Die Fides, mit der wir gereist sind, fasst 2400 Fahrzeuge und 500 Container. Ist man nicht mit an Bord, gibt man den Fahrzeugschlüssel ab und das Auto wird von Hafenmitarbeitern gefahren. Je mehr Zwischenlandungen auf der Strecke zum Zielort liegen, desto höher ist das Risiko, dass Dinge entwendet werden. Es kann durchaus passieren, dass das Fahrzeug immer wieder von Bord gefahren werden muss, um neue Fracht richtig verteilen zu können. Ist man wie wir mit auf dem Schiff, behält man den Schlüssel und fährt, wann immer nötig, selbst sein Fahrzeug.

Grimaldi bietet die Überfahrt von Monfalcone bei Triest in Norditalien oder von Salerno bei Neapel in Süditalien an. Je nach Schiff und Kabinenklasse variiert der Preis um einige hundert Euro. Für zwei Personen und ein Fahrzeug wie unseres lag der Preis zum Zeitpunkt unserer Buchung in etwa zwischen 1.500 und 2.000 Euro. Wir haben uns trotz eines höheren Preises für Monfalcone entschieden, zum einen, weil die Anfahrt deutlich kürzer ist und zum anderen weil der Schiffsagent in Monfalcone immer schnell auf unsere Anfragen reagiert hat und sehr hilfreich war. Trotz mehrfacher Kontaktaufnahme hat der Agent in Salerno nie geantwortet.

Buchung einer Frachtschiffreise

Für alle, die es uns nachmachen möchten, hier die Vorgehensweise, wie eine solche Reise direkt über die Reederei gebucht werden kann. Idealerweise sollte man spätestens vier Wochen vor der geplanten Abfahrt eine Anfrage stellen. Wir hatten nur zwei Wochen Zeit und haben zwischenzeitlich ganz schön geschwitzt, ob wirklich alles rechtzeitig klappen würde. Telefonisch ist Grimaldi nur sehr schwer zu erreichen, daher empfiehlt sich eher die Kommunikation per E-Mail.

  • Grundsätzliche Infos finden sich auf http://www.grimaldi-freightercruises.com/en/
  • Eine Buchungsanfrage kann per E-Mail an gfc@grimaldi.napoli.it gestellt werden. In der Anfrage sollten folgende Punkte enthalten sein:
    • Gewünschter Start- und Zielhafen, eventuell alternative Start- und Zielhäfen
    • Anzahl der Personen
    • Länge, Breite und Höhe des Fahrzeugs
    • Ein ungefähres, gewünschtes Abfahrtsdatum

Grimaldi wird sich innerhalb einiger Tage mit Informationen zu verfügbaren Passagen rund um das gewünschte Datum und den Tarifen melden. Sämtliche Datumsangaben sind immer nur geschätzt und können sich jederzeit ändern. Bei einer Frachtschiffreise hat immer die Ladung die oberste Priorität. Dafür werden gerne kurzfristig die Routen und Fahrpläne geändert. Wer sich auf eine solche Reise einlässt, sollte sich bereits im Vorfeld darüber bewusst sein, dass er vermutlich nicht zum geplanten Datum an oder von Bord gehen wird und die Reise deutlich länger dauern kann als ursprünglich geplant.

Wichtig: für jede Frachtschiffreise wird ein Nachweis über eine gültige Krankenversicherung von 15 Tage vor geschätzter Abfahrt bis 15 Tage nach geschätzter Ankunft mit einer Deckungssumme nicht niedriger als 10.000 Euro gefordert. Speziell für Israel fordert Grimaldi den Nachweis einer gültigen Kfz Haftpflichtversicherung. Ohne diese beiden Belege wird kein Ticket ausgestellt.

Kfz Haftpflichtversicherung für Israel

Was uns leider direkt vor eine Herausforderung stellte. Unsere deutsche Kfz Versicherung kann Israel nicht auf der grünen Karte inkludieren und wir waren gezwungen, vor Abfahrt eine weitere Versicherung abzuschließen. Die israelische Versicherung “Pool” benötigt zur Ausstellung einer Police eine Aufenthaltsgenehmigung, die erst bei der Einreise ausgestellt wird, so dass diese nicht im Vorfeld helfen konnte. Laut Pool stellt dies bei Salamis kein Problem dar, da die Versicherung direkt am Hafen ausgestellt werden kann. Grimaldi allerdings besteht auf einer Versicherung vor Ausstellung des Tickets. Uns blieb also nur eine Möglichkeit. Tourinsure bietet weltweit gültige Kfz Versicherungen. Dort haben wir für einen Monat eine Versicherung inklusive Israel abgeschlossen und sofort die entsprechende grüne Karte erhalten. Die Kosten hierfür belaufen sich allerdings leider auf über 200 Euro. Wer die gleiche Schwierigkeit hat und dies rechtzeitig feststellt kann natürlich einen Wechsel der Versicherung prüfen. Unter Umständen lässt die alte Versicherung in dieser Situation sogar ein Sonderkündigungsrecht gelten.

Buchungsbestätigung und Bezahlung

Hat man alle Dokumente zusammen, muss noch eine Buchungsbestätigung ausgefüllt und alles zusammen an Grimaldi per E-Mail gesendet werden. Die Buchungsbestätigung gibt es hier als Download. Im nächsten Schritt erhält man von Grimaldi eine Proforma-Rechnung und nach Bezahlung dieser und Bestätigung des Zahlungseingangs durch die Buchhaltungsabteilung das Ticket per E-Mail.

Wir hatten auf dem Schiff Fides eine Passage nach Ashdod gebucht. Die Fides wurde aber nach Haifa umgeleitet und entsprechend unser Ticket auf Haifa ausgestellt. Von der Verschiffungsagentur haben wir zwar erfahren, dass es einen Tag früher ein anderes Schiff gegeben hätte, welches in deutlich kürzerer Zeit nach Ashdod gefahren wäre, was Grimaldi aber ignoriert hat. Uns war egal, ob wir in Haifa oder Ashdod ankommen und so haben wir auch nicht widersprochen. Der Preis bleibt gleich, egal wie lange man an Bord ist. So gesehen wird mit jedem Tag Reiseverlängerung das Doppelzimmer mit Vollpension günstiger.

Verschiffungsagentur vor Ort

Nach Ausstellung des Tickets übernimmt die Verschiffungsagentur im Abfahrtshafen die weitere Organisation. Im Falle von Monfalcone ist dies C.E.T.A.L. (Central European Transport and Logistics). Sollte bis zu diesem Zeitpunkt die Agentur noch nicht von Grimaldi involviert worden sein, wird es Zeit, mit ihnen unter cetal@cetal.it Kontakt aufzunehmen. Sie benötigen das Ticket und Scans der Ausweise der Passagiere. Damit kümmern sie sich um die Zutrittserlaubnis zum Hafen und kommunizieren jede Änderung des Zeitplans des Frachtschiffes.

Zollagentur

C.E.T.A.L. holt außerdem einen Zollagenten hinzu, die Firma CAP. L.CATTARUZZA S.R.L. Mit ihnen spricht man ab, wann und wo man ankommen soll, um die Formalitäten zu erledigen. In unserem Fall sollten wir einen Tag vor der geplanten Abfahrt am Hafen sein. Ein Mitarbeiter der Zollagentur übernimmt dort die persönliche Betreuung. Mit ihm geht es zur Grenzpolizei, die die Pässe kontrolliert und zum Zoll, der das Fahrzeug überprüft. Bei uns wurden die Stauräume in der Wohnkabine inspiziert und in einem Dokument unser mitgeführtes Bargeld erfasst.

Und dann kann es theoretisch schon in den Hafen zum Schiff und an Bord gehen. Die Fides kam allerdings mit einigen Stunden Verspätung an, so dass wir uns für den späten Nachmittag wieder verabredet haben. Am Abend konnten wir dann an Bord gehen. Ramon musste allerdings noch den ganzen nächsten Tag draußen warten.

Erster Gang an Bord der Fides
Overlanding Fahrzeug vor RoRo Schiff
Autos zur Verladung auf das Frachtschiff
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Gefährliche Güter und Lebensmittel

In den allgemeinen Bedingungen schreibt Grimaldi, dass sich im Fahrzeug nur das persönliche Gepäck der Reisenden befinden darf. Es wird explizit darauf hingewiesen, dass es verboten ist, jegliche Art von gefährlichen oder leicht entzündlichen Stoffen oder Lebensmittel mitzunehmen. Freunde von uns, die RoRo ab Bremerhaven nach Südafrika verschifft haben, konnten bestätigen, dass bei ihnen peinlich genau auf die Einhaltung dieser Vorschriften geachtet wurde. Am Hafen wurde bei der Kontrolle des Gepäcks sogar noch ein Feuerzeug aussortiert.

Ist man mit dem eigenen Auto in entlegenen Gegenden unterwegs hat man aber natürlich gerne vorsichtshalber die ein oder andere Flüssigkeit dabei, auf die diese Eigenschaften zutreffen. Also haben wir uns entschieden, dennoch unser Glück wenigsten ein bisschen zu versuchen. Fünf Liter Dieseladditiv und acht Liter Motoröl blieben zu Hause. Die können wir unterwegs noch gut nachkaufen. Aber Flüssigkeiten, von denen wir nur kleinere Mengen dabei haben – Bremsflüssigkeit, Servolenkungsflüssigkeit, Kühlerschutz und diverse andere – kommen ins Auto wir gucken mal, ob sich jemand beschwert. Ebenso alle Gewürze und einige Lebensmittel, die wir noch hatten. Um es kurz zu machen, nach der Kontrolle durch den Zoll, den gefährliche Güter nicht interessieren, hat niemand mehr einen Blick in Ramon geworfen. Wir hätten problemlos alles mitnehmen können. Es hängt sicherlich vom Abfahrtshafen, dem Hafenpersonal und von der Schiffsbesatzung ab, wie genau die Vorschriften eingehalten werden.

Die Küche an Bord

Während der gesamten Zeit an Bord werden wir bestens versorgt. Unser Koch versteht sich hervorragend auf Schmorgerichte, Suppen und Teigwaren. Es gibt Ochsenschwanz und Kaninchen, seine Suppen sind mit frischem Gemüse lange eingekocht und geschmacklich wunderbar intensiv. Fast jeden Morgen lässt er sich etwas anderes einfallen. Mal selbstgemachte Brötchen und Schokocroissants, mal Ei, mal Pfannkuchen. Kaffee aus der Bialetti Caffetiere steht den ganzen Tag zur Verfügung, auf der Brücke und im Maschinenraum finden sich sogar Siebträgermaschinen. Man muss sich seine Freunde unter der Crew also gut aussuchen.

Frühstück an Bord eines Frachtschiffs
Kaffee
Verpflegung an Bord eines Frachtschiffes
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Wir essen an einem separaten Tisch in der Offiziersmesse. Nebenan gibt es noch einen Aufenthaltsraum. In beiden Räumen läuft nonstop bulgarisches Fernsehen. Alle Offiziere, der Koch und der Kapitän des Schiffs stammen aus Bulgarien, alle Matrosen von den Philippinen. Insgesamt sind 25 Crew-Mitglieder und zwei Passagiere – wir – an Bord. Die Betten in unserer Kabine sind etwas kurz und die Matratzen nicht die besten, aber wir kommen klar. Immerhin haben wir ein Fenster, eine Couch und einen Tisch im Zimmer.

Offiziersmesse an Bord eines Frachtschiffs
Passagierkabine an Bord eines Frachtschiffes
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Mit einem Tag Verspätung darf auch Ramon an Bord und wir können ablegen.

Fahrzeugverschiffung von Italien nach Israel.
Boarding in Monfalcone

Allerdings nicht wie geplant nach Koper in Slowenien, was östlich in unmittelbarer Nähe liegt, sondern nach Venedig, westlich von uns. In Koper ist kein Platz im Hafen frei, weshalb Venedig vorgezogen wird. Dann geht es zurück nach Koper, wo 900 Autos geladen werden. Ramon muss in der Zeit wieder raus auf den Hafen, weil er dort sicherer steht als an Bord, wo ständig neue Autos an ihm vorbeigefahren werden. Hinten ins Schiff möchte ihn die Crew nicht stellen, um uns in Haifa zu ermöglichen, als erste von Bord zu gehen. Nachdem wir Koper verlassen, geht es endlich in die Richtung, die wir uns eigentlich vorgestellt haben, nach Süden. Piräus vor Athen ist der nächste Hafen, der angelaufen wird.

Die Ausreise aus der EU

Piräus ist der letzte Hafen, in dem das Schengen-Abkommen gilt. Auch wenn wir den griechischen Teil Zyperns als nächstes anlaufen, greifen dort die Vereinbarungen des Abkommens nicht, weshalb wir nun zur Grenzpolizei zur Passkontrolle müssen. Wie diese Prozedur abläuft ist allerdings ein Witz.

Der griechische Agent von Grimaldi in Piräus ist dafür verantwortlich, dass wir ordentlich ausreisen. Also sind wir mit ihm um 11 Uhr vormittags unseres Ankunftstags verabredet. Es heißt, er würde uns zur Passkontrolle fahren, die nur am Passagierterminal und nicht im Frachthafen stattfindet. Er fährt allerdings nur 100 Meter hinter die Hafenumzäunung und erklärt, wir müssten nun in ein Taxi umsteigen und hinterherfahren. Sein Fahrzeug wäre sein Privatwagen und Insassen hätten somit bei beruflichen Fahrten keinen Versicherungsschutz. „Wir möchten aber kein Taxi bezahlen,“ wenden wir ein, „wir können ebenso gut zur der Behörde laufen oder einen Bus nehmen.“ Worauf er uns erklärt, wir dürften uns ohne ihn nicht frei in Griechenland bewegen. Interessant, wie man als EU Bürger eines Schengenstaats in einem anderen Schengenstaat auf einmal in seinen Freiheiten beschränkt wird. Nach einiger Diskussion bleibt uns nicht anderes übrig, als das Taxi zu nehmen. Am Passagierterminal verschwindet der Agent dann alleine mit unseren Pässen aber ohne uns im Büro der Grenzpolizei. Nach fünf Minuten ist er wieder da und meint alles wäre jetzt in Ordnung. Nun dürften wir uns auch frei bewegen. Kein Grenzbeamter in Griechenland hat uns zu Gesicht bekommen, geschweige denn die Bilder in unseren Pässen mit uns verglichen. So hätte der Agent die Ausreisekontrolle auch alleine ohne uns erledigen können.

Leben an Bord

Zum Glück sind die Tage mit der Crew das genaue Gegenteil. Die Stimmung ist gut, jeder ist um unser Wohlergehen sehr bemüht und bei manchen haben wir den Eindruck, dass die Abwechslung vom Alltag, die Passagiere mitsichbringen, durchaus willkommen ist. Wir dürfen uns die Brücke ansehen und bekommen alles in mehreren Stunden ausgiebig erklärt. Wir werden durch das gesamte Schiff geführt, von der untersten Ebene, in der uns nur wenige Zentimeter Stahl vom Meerwasser trennen, über die zwei ersten Stockwerke, in denen die Schiffsmaschinen untergebracht sind, bis hin zu den Ebenen drei bis acht, auf die Fahrzeuge verladen werden. Brücke, Kombüse, Kabinen und Aufenthaltsräume sind alle im obersten, neunten Stockwerk untergebracht.

Im Maschinenraum eines Frachtschiffes
Motoren eines Frachtschiffes
Antriebswelle eines Frachtschiffes
Werkstatt im Maschinenraum eines Frachtschiffes
Feuerlöschanlage eines Frachtschiffes
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Dank neblig dunstigem Wetter bieten die Frachthäfen, die wir anlaufen, eine faszinierende Stimmung.

Die Ankunft in Haifa

Und was dann folgt, kann aus unserer Sicht nur als Abzocke der israelischen Verschiffungsagentur Allalouf bezeichnet werden. Wir haben mit Kosten im Ankunftshafen in Höhe von rund 500 Euro gerechnet. Das ist auch schon eine Ansage aber im Allgemeinen ein üblicher Preis. Dass wir im Hafen von Haifa knapp 800 Euro loswerden, um mit Ramon vom Gelände fahren zu dürfen, ist allerdings heftig.

Wir hatten Allalouf bereits im Vorfeld über ihre auf der Webseite und von Grimaldi genannten E-Mail Adresse mail@allalouf.com kontaktiert, da wir die Prozedur am Hafen selbständig ohne Agenten durchführen wollten. Dank einer genauen Beschreibung aus einem Reiseblog haben wir uns dies auch zugetraut. Eine Antwort haben wir erst erhalten, als wir eine persönliche E-Mail von der Webseite kontaktiert haben. Und dann auch nur, dass sie zwar die Agentur von Grimaldi seien, aber keinen Zoll- oder Importservice anbieten. Kein Wort über die Kosten. Im persönlichen Gespräch in Haifa wird uns erklärt, die von uns verwendete E-Mail Adresse gäbe es gar nicht. Unser Hinweis, dass sie sogar auf ihrer Rechnung gedruckt ist, wird mit einem Schulterzucken quittiert. Richtig für den Hafen Haifa wäre jedenfalls opshfa@allalouf.com oder die folgende Telefonnummer: +972 – 4 – 8611821.

Natürlich bekommen wir bei der Ankunft im Hafen prompt einen Agenten an die Seite gestellt. Angeblich hätten wir uns ohne auch nicht alleine bewegen dürfen. Den Agenten konnten wir von 250 auf 200 Euro für seine Tätigkeit herunterhandeln. Er war insgesamt vier Stunden mit unserer Einreise beschäftigt, sein Stundenlohn ist also nicht besonders hoch ausgefallen. Und er war wirklich hilfreich und hat alles gut organisiert.

Allalouf hingegen hat für die Ausstellung einiger Papiere 250 Euro bekommen, nachdem wir sie um rund 50 Euro heruntergehandelt hatten. Der größte Witz: Grimaldi hat bei der Übermittlung unserer Daten zwei Fehler gemacht. In meiner Passnummer fehlte ein Buchstabe und in der FIN unseres Fahrzeugs war am Anfang ein Apostroph enthalten. Weshalb der Zoll Ramon nicht freigeben konnte. Die Dokumente mussten von Allalouf geändert werden, wofür wir 60 Euro bezahlen mussten. Hinzu kommen noch knapp 330 Euro an Hafengebühren.

Insgesamt hat uns die Verschiffung rund 2600 Euro gekostet. Dafür wurden wir aber auch 11 Tage lang rund um die Uhr verköstigt und sind um eine sehr ungewöhnliche Erfahrung reicher. Wann hat man schon mal die Chance, einen Blick in die Welt der Cargoschiffahrt zu werfen?

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