Tadschikistan Asien

Der Pamir Highway – 1.000 km Abenteuer

Allrad Camper vor Bergmassiv auf dem Pamir Highway, Tadschikistan.

Der Pamir Highway in Tadschikistan entlang der tadschikisch-afghanischen Grenze ist eine der legendären Strecken in der Overlanding-Welt. Er ist lang: mindestens 1200 Kilometer je nachdem für wie viele Abstecher man sich entscheidet. Er ist hoch: Bergpässe über 4600 Meter müssen bewältigt werden. Er ist traumhaft schön: Anfangs im grünen Tal des Flusses Panj, später in den Hochebenen der Berge führt der Weg durch unglaubliche Landschaften.

Und er ist streckenweise in unvorstellbar miserablem Zustand. Freunden, die vor uns fahren, brechen zum Beispiel eine Blattfeder, ein Stoßdämpfer, der Halter des Ersatzrads und manches mehr. Da bleibt dann auch mal ein Laster liegen und muss per Kran entladen werden oder ein Hänger bricht entzwei (er wurde übrigens an Ort und Stelle geschweißt und ist dann weitergefahren). Ein kleiner Eindruck der vielfältigen Tücken, die unterwegs lauern.

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Die Route

Aber wo befinden wir uns eigentlich genau? Der Pamir Highway ist Teil der Fernstraße M41, die durch Afghanistan, Usbekistan, Tadschikistan und Kirgistan verläuft. Für uns geht es in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe los, wo wir Ramon noch neue Stoßdämpfer an der Hinterachse spendieren. Sie waren dringend nötig und haben sicherlich ihren Anteil dazu beigetragen, dass wir die Strecke ohne Blessuren überlebt haben.

Von Duschanbe fahren wir den nicht ganz so spektakulären aber dafür besser erhaltenen Streckenabschnitt in südöstlicher Richtung nach Kulob, anstatt direkt östlich nach Kalai-Khumb (Punkt 2 im Bild). Im Höhenprofil in der Karte ist gut ersichtlich, wie es höher und höher geht. In Khorogh (Punkt 3) entscheiden wir uns für den Weg durch das Wakhan Valley, welches weiter der Grenze zu Afghanistan folgt, bis der Weg dann ab Punkt 5 auf die Rekordhöhe von 4655 Meter am Ak Baital Pass ansteigt.

Route und Höhenprofil des Pamir-Highway mit dem Wakhan-Valley
Route und Höhenprofil des Pamir-Highway mit dem Wakhan Valley
Karte erstellt mit openroute service. © Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2017, Datenquellen

Neue Freunde

Wir lassen uns Zeit. Insgesamt sind wir zwei Wochen auf der Strecke unterwegs bis wir uns in Osh in Kirgistan eine Ruhepause gönnen. Die ganze Zeit auf dem Pamir Highway haben wir tolle Gesellschaft. Claudia und Florian, mit denen wir seit Usbekistan viele Tage und Abende verbracht hatten, müssen entgegen der Planung ohne uns auf den Pamir Highway gehen, weil unsere Stoßdämpfer aus Moskau eingeflogen werden und dafür ein paar Tage benötigen. An dieser Stelle ein weiteres großes Dankeschön an Anar und sein Werkstatt-Team aus Duschanbe! Ihr wart eine Riesenhilfe!

Noch in Duschanbe lernen wir unsere neuen Reisepartner kennen. Roland und Oli aus der Schweiz möchten ebenfalls den Pamir Highway fahren. Allerdings sind die beiden deutlich härter als wir, sie sind mit Motorrad und Zelt unterwegs. Wir verstehen uns so gut, dass sich die zwei unserem Schneckentempo anschließen und wir fast die gesamte Zeit auf dem Pamir Highway miteinander verbringen. Eine echte Bereicherung für uns, die das Erlebnis noch intensiver macht. Vielen Dank an Roland für die Fotos vom fahrenden Ramon und das Portraitfoto von uns!

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Sensationelle Berg- und Talwelten

Und warum tut man sich mehr als 1200 Kilometer auf fürchterlichen Pisten an, wenn man doch auch direkt auf guten, asphaltierten Straßen von Usbekistan nach Kirgistan fahren könnte? Zum einen ist es natürlich ein Abenteuer, fernab von größeren Städten und Infrastruktur durch eine solche Gegend zu fahren. Vor allem ist da aber die wirklich atemberaubende Landschaft.

Zu Beginn fahren wir lange im Tal des Flusses Panj, immer einen Steinwurf vom afghanischen Ufer entfernt. Alle paar Kilometer finden sich Siedlungen und saftig grüne Anbauflächen. Mal ist der Fluss eng und steinig, mal wird er breit und sandig, mäandert in vielen kleinen Bahnen durch sein Bett. Dann gewinnen wir an Höhe und nähern uns der Schneegrenze.

Die Landschaft wird härter, behält aber eine fast schon grafische Linienführung. Die Formen und Schattierungen in Braun- und Schwarztönen haben wir so noch in keinem Gebirge gesehen. Und dann kommen wir ganz hoch auf über 4000 Meter und glauben im südamerikanischen Altiplano zu stehen. Mit dem Unterschied, dass es hier Yaks und keine Alpakas gibt. Es ist mit Sicherheit eine der schönsten Strecken, die wir jemals gefahren sind!

Alles Wissenswerte für die eigene Fahrt

Wenn Du nach der Fotostrecke unten Lust bekommen hast, Tadschikistan zu besuchen und den Pamir Highway selbst zu fahren, oder dich mehr Informationen über das Land und sein autoritäres Regime, über Grenzübergänge, Visa, GBAO Permit, Wildcampen und Dieselqualität interessieren, dann kannst du beim folgenden Beitrag weiterlesen. Matsch&Piste: Abenteuer Pamir Highway in Tadschikistan Teil 1

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